Veganes Hundefutter: Weniger Fleisch ist gesund

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Werbung| Veganes Hundefutter wird immer beliebter unter Hundebesitzern. Die einen schwören auf die fleischfreie Tiernahrung. Die anderen betiteln Menschen, die ihren Hund vegan ernähren als Tierquäler und würden ihnen am liebsten den Hund wegnehmen. In diesem Beitrag kläre ich über veganes Hundefutter und Irrtümer in der Hundeernährung auf. Schadet veganes Futter unseren Hunden? Was ist dran am veganen Futtertrend? Erfahre es jetzt!

 

„Hunde sind Fleischfresser“

Einer der größten Irrtümer ist, dass Hunde reine Fleischfresser sind. Doch dieser Trugschluss ist weit verbreitet und das Nummer 1 Argument GEGEN vegane Hundenahrung. In Wahrheit sind Hunde aber Allesfresser, genau wie wir Menschen. Sie haben das Verdauungssystem eines Allesfressers. Die Darmlänge des Hundes steht im gleichen Verhältnis zur Körpergröße, wie bei uns Menschen. Was jedoch einige irritiert und sie glauben lässt, dass Hunde Fleischfresser sind, ist das Gebiss. Denn das Gebiss eines Hundes ähnelt dem, eines Fleischfressers. In der Natur ist das aber gar nicht so ungewöhnlich. Pandabären haben beispielsweise auch ein Fleischfressergebiss, obwohl sie sich hauptsächlich vegan (von Bambus) ernähren. Ratten haben hingegen ein Nagergebiss, ernähren sich aber auch von Fleisch.

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Der Wolf als Marketingstrategie

In den letzten Jahren war ein großer Trend in der Futtermittelindustrie die wolfsähnliche Ernährung. Die Verpackungen von Trockenfutter und Dosen zieren Wölfe beim Jagen in der Prärie. Natürlich möchte man seinen Hund möglichst natürlich und gesund ernähren. Doch zahlreiche Studien haben gezeigt, dass wildlebende Hunde nur einen sehr geringen Teil ihrer Nahrung aus erjagten Beutetieren beziehen: Gerade mal ca. 10%! Und diese 10% setzen sich zumeist aus Insekten, Mäusen und Hasen zusammen. Unsere Haustiere mit Wölfen zu vergleichen ist also sehr weit hergeholt.

Veganes Hundefutter im Mittelalter

Auch, wenn sich Hunde und Wölfe das Erbgut zu 99% teilen, ernähren sie sich in der Natur doch sehr unterschiedlich. Denn im Laufe der Domestikation hat sich der Hund eine eigene Nische gesucht. Wilde Hunde ernähren sich von dem, was beim Menschen übrigbleibt. Und das sind in der Regel nicht Fleisch und Fisch. Oder wie oft habt ihr schon eine Rinderlunge in die Tonne geworfen? 😉 Tatsächlich sind die weggeworfenen Dinge meist vegan oder vegetarisch. Je weiter man in der Mensch-Hund-Geschichte zurück geht, desto logischer ist das. Denn Fleisch war früher noch viel mehr wert, als heute. Niemals hätten Menschen im Mittelalter ein gutes Stück Fleisch einfach weggeschmissen.

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Natürlichste Form der Hundeernährung

Bezieht man diese Faktoren mit ein, ist veganes Hundefutter also ganz und gar nicht unnatürlich. Viel unnatürlicher ist es, seinen Hund ausschließlich mit Fleisch zu ernähren. Aber ein Mülleimer auf der Futterverpackung ist nicht ganz so sexy, wie ein Wolf in der Prärie. Und trotzdem ist es in etwa so, wie wenn man behaupten würde, die gesündeste Ernährungsform für Menschen ist die, der Schimpansen. Fleisch aus der Massentierhaltung hat aber so rein gar nichts mit natürlicher Hundeernährung zu tun.

Fleisch aus der Massentierhaltung

Früher dachte ich immer: Je höher der Fleischanteil im Futter, desto besser ist das Futter. Und ich habe danach geschaut, dass das Futter 70%, 80% oder mehr Fleisch enthält. Heute weiß ich, dass das Fatale daran nicht nur der viel zu hohe Fleischanteil war. Auch die Fleischqualität ist meist minderwertig. Denn das Fleisch aus unserem Hundefutter kommt in der Regel aus der Massentierhaltung.

Massentierhaltung in Deutschland ist schon schlimm. Aber in Osteuropa z.B. ist das Fleisch noch viel günstiger und es gibt viel weniger Gesetze. Wer pumpt denn schon gerne antibiotikaverseuchtes Fleisch in seinen geliebten Vierbeiner? Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Billigfleisch nicht gut für unsere Hunde ist. Zu oft höre ich, dass vegane Ersatzprodukte für Menschen und auch veganes Futter für Hunde ungesund sind, weil sie voller Chemie seien. Da Frage ich mich: Habt ihr euch mal gefragt, was alles in den Wurst- und Fleischprodukten von heute steckt?

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Veganes Futter für Allergiker Hunde

Das erste Mal wurde mir das klar, als meine erste Hündin Sally unter schlimmen Allergien litt. Irgendwann vertrug sie nur noch Känguru, Strauß und Co. Bei Rind, Huhn usw. aus der Dose oder auch selbstgekocht mit Fleisch aus dem Supermarkt bekam sie schlimme Bauchschmerzen. Später stellte ich fest, dass sie Rind und Huhn aus dem Bioladen aber sehr wohl vertrug. Generell ging es ihr jedoch am besten mit veganem Futter. Bei Hunden mit starken Allergien wird heutzutage immer öfter auch von Tierärzten veganes Hundefutter oder Hundefutter mit Insektenproteinen empfohlen.

Kann man seinen Hund vegan ernähren?

Wenn einem auch das Leben der Nutztiere sowie unsere Umwelt am Herzen liegen, sollte man sich zumindest über veganes Hundefutter mal Gedanken machen. Denn ist das Leben unserer Hunde mehr wert, als das einer Kuh oder eines Schweins?

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Ich füttere jetzt seit einiger Zeit veganes Hundefutter von Yarrah. Wobei ich Lilly und Winnie aktuell nicht komplett vegan ernähre. Sie haben einen rein veganen Tag in der Woche. Ansonsten enthält ihre Nahrung einen geringen Anteil an Fleisch und besteht zum größten Teil aus pflanzlichen Bestandteilen. Wobei ich hier keinem strengen Ernährungsplan folge. Ich füttere mal Nassfutter, mal Trockenfutter und mal koche ich für sie. Bei Yarrah gibt es eine gute Auswahl an veganem Nassfutter und veganem Trockenfutter. Auch vegane Snacks sind im Sortiment vertreten. Yarrah ist allerdings keine rein vegane Marke.

Jedoch stammt das Fleisch aus den nicht veganen Produkten von Yarrah aus der Fleischproduktion für Menschen. Es wird nur Fleisch verwendet, das „übrig“ geblieben ist. Es wird also kein Tier extra für dieses Futter getötet. Lilly und Winnie futtern sowohl Futter mit Fleisch als auch veganes Hundefutter sehr gerne. Sie haben beide sehr schön glänzendes Fell, sind fit und vital, haben eine gute Verdauung und ihre Blutwerte sind top. Man kann seinen Hund in der Regel also problemlos rein vegan oder teil-vegan ernähren.

Ist veganes Hundefutter Tierquälerei?

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Sieht so Tierquälerei aus?

Ich bin der Meinung, veganes Hundefutter ist keine Tierquälerei, sondern eine akzeptable Ernährungsform, solange sie dem Hund guttut. Veganes Hundefutter ist sogar viel natürlicher und gesünder, als sehr fleischlastiges Hundefutter. Vegane Haustiernahrung als Tierquälerei zu bezeichnen ist extrem paradox. Denn eigentlich findet die wahre Tierquälerei für Hundefutter mit Fleisch statt. Ich kenne viele Hunde, die rein vegan ernährt werden. Ihnen geht es hervorragend. Das kann ich von einer Kuh oder einem Schwein aus der Fleischindustrie nicht behaupten.

Wenn ihr das nächste Mal vor dem Futterregal steht, dann hinterfragt bitte, was wirklich das Natürlichste und Beste für euren Hund ist. Denn genau das ist es doch, was jeder Hundebesitzer eigentlich für sein geliebtes Haustier will. Ist es wirklich das verseuchte Fleisch aus der Massentierhaltung, dass weder etwas mit der gesunden Ernährung eines Wolfes noch eines Hundes zu tun hat? Oder ist es vielleicht an der Zeit, allen Tieren und unserer Umwelt zu liebe umzudenken?

P.S. Eure Meinung ist gefragt! Was denkt ihr zum Thema veganes Hundefutter? Habt ihr es schon mal probiert? Was füttert ihr und warum habt ihr euch für diese Ernährungsform entschieden? Ich bin gespannt!

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